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Mahnmal zum Hersbrucker Elendsmarsch

Das Mahnmal der MOSAIK-Gruppe

Das Mahnmal der MOSAIK-Gruppe

"In Zeiten, in denen weltweit der Faschismus und die damit verbundene Fremdenfeindlichkeit in extremer Weise neu aufflammen, möchten wir nicht nur ein Gedenken abhalten, sondern auch zu einem Umdenken anregen. Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nie wieder von unserem Staat ausgehen, denn: Die Würde jedes Menschen ist unantastbar. Seien wir wachsam gegenüber den Anfängen." Aus dem Veranstaltungs-Flyer.

Das Außenlager des KZ Flossenbürg bei Hersbruck bestand etwa ein Jahr und es befanden sich über die Zeit insgesamt bis zu 9.000 Zwangsarbeiter aus 20 Nationen dort. Im April 1945, kurz bevor die Amerikaner das KZ in Hersbruck erreichten, kamen die dortigen HERRschaften auf die irrsinnige Idee, sie könnten die knapp 5.000 Menschen, die sie hier schuften ließen, in das KZ nach Dachau bringen, weil sie nicht wollten, dass diese den Alliierten in die Hände fielen. Hier in Hersbruck mussten die Zwangsarbeiter Stollen in den Berg treiben. In dieser unterirdischen Rüstungsfabrik sollten dann Flugzeugmotoren von BMW für die Kriegsflieger hergestellt werden. Doch dazu kam es nicht mehr.

Die ersten 1.600 bereits sehr angeschlagenen Personen schickte man mit dem Zug nach Dachau. Die restlichen teilte man in fünf Gruppen mit je etwa 600 Häftlingen. Diese sollten zu Fuß nach Dachau marschieren. Die Routen folgen etwas unterschiedlichen Wegen. Drei der fünf Gruppen kamen auch hier in Kallmünz vorbei und übernachteten am Schmidwöhr.

Es erreichten vier Kolonnen mit 2.103 Menschen bis zum 26.04.1945 Dachau, viele davon starben jedoch dort, weil sie keine Nahrung mehr aufnehmen konnten. Die fünfte Kolonne wurde von den Amerikanern befreit.

Der Lappersdorfer Historiker Erwin Hadwiger hat das Thema ausführlich recherchiert. Es gibt inzwischen an einigen Orten entlang der Routen Mahnmale zum Gedenken.

Mitglieder der Kallmünzer Künstlergruppe MOSAIK

Am 12.04.2025 gab es dazu in Kallmünz eine große Gedenkveranstaltung im Gemeindesaal. Unter anderem hielt der Historiker Erwin Hadwiger einen Vortrag. Dazu gab es 16 informative Schautafeln über das Arbeitslager in Hersbruck, das eine Außenstelle des KZ Flossenbürg war.

Das Abendprogramm wurde von Gabriela Rosas musikalisch umrahmt.

Im Alten Rathaus wurden Zeichnungen von Georg Hans Trapp ausgestellt, der diesen Todesmarsch überlebt hat und aus der Erinnerung die ausgezehrten Portraits seiner leidenden Weggefährten auf dem Papier von Mehlpackungen zeichnete. Es gibt auch ein Buch über seine Werke.

Ansässige KünstlerInnen ergänzten die Ausstellung mit ihren Werken.

Mitglieder der Kallmünzer Künstlergruppe MOSAIK haben unter Leitung von Gisela Walch dieses Mahnmal erstellt, das an diesem Abend im April enthüllt wurde. Es waren beteiligt:

- GISELA WALCH

- ANKE ROMANOW

- CHARLY SÖLLNER

- KLAUS IGL

- BERND LANG

- ANDREAS RINGL

- SEPP SCHMID

- LENA SCHMID

- GÜNTER LORENZ

- HANS BAUMER

- ANGELIKA LELL.

Das Bild "Die Mahnenden" auf dem Plakat ist von Anke Romanow. Mehr zu Anke Romanow unter www.abendwerk.de.

Unter diesem Link finden Sie die 16 Ausstellungstafeln zum KZ-Außenlager in Hersbruck und Fotos von der Entstehung des Mahnmals.

Das ganze Projekt wurde angestoßen vom Kallmünzer Ortsheimatspfleger Stephan Stoiber.

Kurzes Video der Enthüllung des Mahnmals am 12.04.25

Unterwegs

Skizze: von der Vilsgasse zum Schmidwöhr

Skizze: von der Vilsgasse zum Schmidwöhr

Wenn wir schon auf der Wiese sind, dann gehen wir darauf gleich weiter zum Labyrinth.

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